SPD hofft: Einstieg in offene Jugendarbeit

VON: GISA SPANDLER, DER BOTE

BURGTHANN – In der Gemeinde geht es endlich voran mit der offenen Jugendarbeit. Am Rande der jüngsten Gemeinderatssitzung gab Bürgermeister Heinz Meyer bekannt, dass man beabsichtige, den Jugendraum in der Grundschule, der nach diversen Problemen geschlossen war, wiederzubeleben und dafür befristet zwei junge Leute einzustellen, die sich darum kümmern werden.

Bei den beiden handelt es sich um einen weiblichen und einen männlichen Diakonenschüler, die im Rahmen eines Praktikums dieses Projekt nach Beratung mit den verantwortlichen Gremien und den Jugendlichen durchführen sollen.
Er habe sich im zuständigen Ausschuss die Mittel für diese Maßnahme genehmigen lassen, so der Bürgermeister.
Damit antwortete er auf die Frage von SPD-Fraktionssprecher Georg Müller, der im Zuge der Haushaltsberatungen wissen wollte, ob für Jugendarbeit neben dem Sozial-Pädagogen der Mittelschule noch weitere Gelder in die Hand genommen werden.
Der Hintergrund: Seit mehr als zehn Jahren kämpfen SPD und Grüne im Gemeinderat für die Anstellung eines Jugend-Sozialarbeiters, der sich unabhängig von Vereinen, Kirche oder Schule um die Anliegen der Jugendlichen kümmern soll. Bereits in den Sitzungsperioden mit Meyers Amtsvorgänger Georg Hirsch gab es zu diesem Thema teils hitzige Diskussionen in den Gremien, da die christsoziale Mehrheit keine Notwendigkeit für einen solchen Posten sah.
Die Sozialdemokraten hielten dagegen, dass in fast allen Nachbarkommunen, auch in kleineren als Burgthann, solche Stellen geschaffen und bezahlt würden.
Jedes Jahr, wenn die Haushaltsberatungen anstanden, entspann sich zu diesem Thema ein hitziger Schlagabtausch, der auch dazu führte, dass die SPD-Fraktion den Haushalt komplett ablehnte, wie im vergangenen Jahr geschehen, weil ihre Forderungen nicht berücksichtigt wurden.

Zwei Praktikanten

Müller und seine Fraktionskollegen wollten nun wissen, ob für das laufende Jahr Mittel für die Jugendarbeit vorgesehen seien, bisher habe man nur Inoffizielles aus einer nicht-öffentlichen Ausschuss-Sitzung vernommen.
Bis zum Mai 2013 seien die beiden jungen Leute engagiert, so der Bürgermeister, sie könnten also durchaus etwas auf die Beine zu stellen.
In der nächsten Woche wollten sie sich mit den Vorsitzenden des Jugendforums treffen, auch mit der Sozial-Pädagogin der Mittelschule und Vertretern der Kirchen wird man sprechen, um zu eruieren, was einerseits wünschenswert und andererseits möglich ist. Zudem werden sich die beiden Praktikanten im Mitteilungsblatt der Gemeinde den Burgthannern vorstellen.
Bisher sei geplant, den Jugendraum zwei Mal wöchentlich zu öffnen, die beiden werden gültige Regeln hierfür aufstellen und feste Öffnungszeiten festlegen. Mit dieser Auskunft war man bei der SPD auch zufrieden. „Das ist ein positiver Ansatz, der geht in unsere Richtung“, stellte Georg Müller fest. Den Vorstellungen seiner Fraktion entspräche diese Maßnahme noch nicht vollständig – schließlich geht es bei der befristeten Anstellung der beiden Diakonenschüler ja nur um den Jugendraum, aber man gehe mit diesen ersten Schritten konform. Den Sozialdemokraten sei wichtig, dass erkannt wurde, dass die Ehrenamtlichen des JuFos allein die Aufgabe, sich um den Jugendraum zu kümmern, nicht bewältigen können. Zu groß sei bei Jugendlichen dieses Alters die Fluktuation.
Für Jugendarbeit ist im Haushalt des laufenden Jahres, der im Februar beschlossen wird, eine Summe von 10.000 Euro eingestellt.
Dies war auch in den vergangenen Jahren der Fall, wie Kämmerer Heinz Rupprecht mitteilte. Der Posten war für akuten Bedarf vorgesehen, wurde aber in den letzten Jahren nie abgerufen.